„Larvik“ – Versionsunterschied

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→‎Persönlichkeiten: * Peter Hersleb Harboe Castberg (1794–1858), norwegischer Offizier, Pfarrer, Bürgermeister und Parlamentsabgeordneter
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{{Dieser Artikel|beschreibt die Stadt bzw. die Kommune in Norwegen. Für weitere Bedeutungen siehe [[Larvik (Begriffsklärung)]].}}
{{Dieser Artikel|beschreibt die Stadt bzw. die Kommune in Norwegen. Für weitere Bedeutungen siehe [[Larvik (Begriffsklärung)]].}}

{{Infobox Kommune in Norwegen
{{Infobox Kommune in Norwegen
|Wappen = Larvik komm 2018.png
|Wappen = Larvik komm 2018.svg
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|Gliederung = [[Stavern (Norwegen)|Stavern]], Nevlunghavn, Helgeroa, Kjose, Farris, Kvelde, Hvarnes, Verningen, Hedrum, Brunlanes, Kjerringvik, Tjølling, Lardal, Svarstad
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|Website = [https://www.larvik.kommune.no larvik.kommune.no]
|Bürgermeister = Rune Høiseth
|Bürgermeister = Birgitte Gulla Løken
|Bürgermeistertitel = Bürgermeisterin
|Partei = Ap
|Wahl = 2011-09-12
|Partei = H
|Wahl = 2023
}}
}}
'''Larvik''' ist eine [[Kommune (Norwegen)|Kommune]] im [[Norwegen|norwegischen]] [[Fylke]] [[Vestfold]]. Die Kommune liegt an der norwegischen Südküste und hat {{EWZ|NO|3909}} Einwohner (Stand: {{EWD|NO}}). Verwaltungssitz ist die gleichnamige Industriestadt Larvik.
[[Datei: Larvik Herregaarden.jpg|mini|300px|Larvik Herrenhof]]
'''Larvik''' ist eine Stadt und eine der größten [[Kommune (Norwegen)|Kommunen]] in der [[Norwegen|norwegischen]] in Landschaft [[Vestfold]] in der [[Fylke|Provinz]] [[Vestfold og Telemark]]. Die Kommune grenzt im Osten an [[Sandefjord]] und im Westen an [[Porsgrunn]] und [[Siljan]]. Larvik ist eine Hafen- und Industriestadt und liegt 105 km südwestlich von [[Oslo]]. Die Kommune umfasst auch die Ortschaften [[Stavern (Norwegen)|Stavern]], Nevlunghavn, Helgeroa, Kvelde, Tjølling, Svarstad und Lardal.


== Geografie ==
Am 1. Januar 2018 wurde [[Lardal]] eingemeindet.
[[Datei:Larvik Torstrand.jpg|mini|links|Blick auf Larvik]]
Die Kommune Larvik liegt an der Südostküste am [[Skagerrak]] im Fylke Vestfold und somit südwestlich der norwegischen Hauptstadt [[Oslo]]. Larvik grenzt an [[Sandefjord]] im Osten, [[Tønsberg]] und [[Holmestrand]] im Nordosten, [[Kongsberg]] im Norden, [[Siljan]] im Westen und [[Porsgrunn]] im Südwesten. Des Weiteren besteht im Südwesten eine Seegrenze zu den Kommunen [[Kragerø]] und [[Bamble]]. Die Grenze im Norden stellt zugleich den Übergang zwischen den Fylkern Vestfold und [[Buskerud]] dar, die im Westen zur [[Telemark]]. Die Stadt Larvik liegt an der Südküste der Kommune, wo sich der [[Larviksfjord]] von Süden kommend in das Land einschneidet. In den Fjord mündet der Fluss [[Lågen (Numedal)|Lågen]] (auch: ''Numedalslågen''), der in Nord-Süd-Richtung durch die Kommune fließt.<ref name="norgeskart" /> Dessen aus dem Westen kommender Nebenfluss Daleelva beinhaltet mit dem Trollfoss den höchsten Wasserfall der Region Vestfold. Das Wasser fällt dort etwa zwölf Meter ab.<ref name="snl" />


Die Kommune ist vom Terrain hügelig. Teils liegt Larvik auf der Endmoräne [[Raet]], die den Larviksfjord von dem großen Süßwassersee [[Farris (See)|Farris]] trennt.<ref name="norgeskart">{{Internetquelle |url=https://norgeskart.no/#!?project=norgeskart&layers=1002&zoom=7&lat=6585411.86&lon=221894.94&markerLat=6556501.42279351&markerLon=214892.75036162487 |titel=Larvik kommune |abruf=2021-07-23 |werk=Norgeskart |sprache=no}}</ref><ref name="snl" /> Die Erhebung Pikstein sø stellt mit einer Höhe von {{Höhe|622.1|NO}} den höchsten Punkt der Kommune Larvik dar.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.kartverket.no/til-lands/fakta-om-norge/hoyeste-fjelltopp-i-kommunen |titel=Høgaste fjelltopp i kvar kommune |abruf=2021-07-23 |hrsg=Kartverket |datum=2021-05-25 |sprache=nn}}</ref> Der Berg liegt auf der Nordwestgrenze zu Kongsberg. Etwa die gleichhoch ist der Vindfjell an der Grenze zu Siljan.<ref name="norgeskart" /> Nördlich der Stadt Larvik ist der größte [[Buchen]]wald Norwegens, der Bøkeskogen, vorzufinden. Insgesamt befinden sich auf dem Gemeindeareal über 20 Naturreservate.
Larvik befindet sich in einer Region vulkanischen Ursprungs und ist der Namensgeber für das Gestein [[Larvikit]], einen seltenen Naturwerkstein, der in der Umgebung der Stadt abgebaut wird. Larvik ist Teil des ''Gea Norvegica Geopark'', der zu einem Netzwerk europäischer [[Geopark]]s und zu dem von der [[UNESCO]] unterstützten ''Global Network of National Geoparks'' gehört. Südöstlich der Stadt mündet einer der größten norwegischen Flüsse, der [[Numedalslågen]], in den [[Skagerrak]]. Eine Mineralquelle in der Nähe der Stadt ist Ursprung des in Norwegen bekannten Farris-Mineralwassers.

Larvik hat ein moderates Küstenklima mit mildem Winter- und warmem Sommerwetter.
Larvik befindet sich in einer Region vulkanischen Ursprungs und ist der Namensgeber für das Gestein [[Larvikit]], einen seltenen Naturwerkstein, der in der Umgebung der Stadt abgebaut wird.<ref name="snl" /> Die Gemeinde ist Teil des ''Gea Norvegica Geopark'', der zu einem Netzwerk europäischer [[Geopark]]s und zu dem von der [[UNESCO]] unterstützten ''Global Network of National Geoparks'' gehört.<ref>{{Internetquelle |url=https://de.geoparken.com/geo-ziele/larvik |titel=Larvik - Norwegens „Nationalgestein“ – der Larvikit von Larvik |abruf=2021-07-23 |werk=geoparken.com}}</ref>

Larvik hat ein moderates Küstenklima mit mildem Winter- und warmem Sommerwetter.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.ibrunlanes.no/ |titel=Brunlanes |abruf=2021-07-23 |werk=ibrunlanes.no |sprache=no}}</ref>

== Einwohner ==
Die Einwohner leben vor allem entlang der Küste oder in unmittelbarer Nähe zu ihr. Weiter im Landesinneren verteilen sich die Ansiedlungen überwiegend entlang des Tals, durch das der Fluss Lågen führt.<ref name="snl" /> In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte [[Tettsted]]er, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Hem mit {{EWZ|Ort NO|2533}}, Larvik mit {{EWZ|Ort NO|2541}}, Tveteneåsen mit {{EWZ|Ort NO|2542}}, [[Stavern (Norwegen)|Stavern]] mit {{EWZ|Ort NO|2551}}, Helgeroa/Nevlunghamn mit {{EWZ|Ort NO|2674}}, Verningen mit {{EWZ|Ort NO|2682}}, Kvelde mit {{EWZ|Ort NO|2683}} und Svarstad mit {{EWZ|Ort NO|2691}} Einwohnern (Stand: {{EWD|Ort NO}}).<ref>{{Metadaten Einwohnerzahl Ort NO||QUELLE}}</ref>

Die Einwohner der Gemeinde werden ''Larvikar'', ''Larviker'' oder ''Larviking'' genannt.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.sprakradet.no/sprakhjelp/Skriverad/navn-pa-steder-og-personer/Innbyggjarnamn/ |titel=Innbyggjarnamn |hrsg=Språkrådet |abruf=2021-07-23 |sprache=nn}}</ref> Larvik hat weder [[Nynorsk]] noch [[Bokmål]] als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.<ref>{{Internetquelle |url=https://lovdata.no/dokument/SF/forskrift/2019-12-20-2114 |titel=Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta) |werk=Lovdata |datum=2020-01-06 |abruf=2021-07-23 |sprache=no}}</ref>

{| class="wikitable"
! Jahr !! 1986 !! 1990 !! 1995 !! 2000 !! 2005 !! 2010 !! 2015 !! 2020
|-
| '''Einwohnerzahl'''<ref>{{Internetquelle |url=https://data.ssb.no/api/v0/dataset/26975.csv?lang=en |titel=Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year |abruf=2021-07-23 |werk=ssb.no |sprache=en}}</ref> || 39.109 || 40.425 || 41.361 || 42.765 || 43.561 || 44.821 || 45.969 || 47.204
|}


== Geschichte ==
== Geschichte ==
[[Datei:Fritzøehus.jpg|mini|links|Fritzøehus]]
Bei archäologischen Untersuchungen konnten Funde zu einer Besiedlung bereits in der [[Steinzeit]] vor etwa 10.000 Jahren erschlossen werden. Aus der Zeit der [[Völkerwanderung]] sind in Larvik acht Wehrhügel festgestellt worden: Vier davon befinden sich im Stadtviertel ''Hedrum'', drei im Viertel ''Brunlanes'' und eine im Ortsteil ''Tjølling''. In der [[Wikinger]]zeit befand sich in unmittelbarer Nähe von Larvik eine der ältesten Siedlungen Norwegens, [[Skiringssal-kaupangen|Kaupang]], die aber um das Jahr 800 wegen Verlandung des Hafens aufgegeben wurde.
Im Gemeindeareal gibt es Funde von Siedlungsplätzen aus der Steinzeit, die auf ein Alter von etwa 10.000 Jahre datiert werden. In der Kommune findet man des Weiteren mehrere Gräberfelder, so das [[Gräberfeld Mølen]] und das [[Gräberfeld von Istrehågan]]. Larvik erhielt im Jahr 1671 Rechte als ''Kjøpstad'', als [[Ulrik Fredrik Gyldenløve]], Sohn von [[Friedrich III. (Dänemark und Norwegen)|König Frederik III.]] die Grafschaft Laurvig gründete.<ref>{{Internetquelle |url=https://denstoredanske.lex.dk/Ulrik_Frederik_Gyldenløve |titel=Ulrik Frederik Gyldenløve |abruf=2021-07-26 |autor=Michael Bregnsbo |werk=Den Store Danske |sprache=da}}</ref> Larvik unterscheidet sich zu anderen Küstenstädten dieser Zeit dadurch, dass die Stadt in einer Grafschaft lag und sich eine besondere Architektur entwickelte.<ref>{{Internetquelle |url=https://vestfoldmuseene.no/larvik-museum/byhistorie/ |titel=Byhistorie |abruf=2021-07-28 |werk=vestfoldmuseene.no |sprache=no}}</ref> 1674 wurde Gyldeløvens Residenz, der sogenannte ''Herregården'', fertiggestellt. Es handelt sich dabei um ein Holzgebäude im Barockstil. Wichtige Einnahmequellen in der Zeit waren der Holzhandel, der Bootsbau und die Seefahrt. Auch das bis 1868 betriebene Eisenwerk ''Fritzøe Jernverk'' zählte zu den bedeutenden Arbeitgebern.<ref name="snl" /> Das Werk wurde unter Gyldenløve aufgebaut und war bis Ende des 17. Jahrhunderts das größte seiner Art in Norwegen.<ref>{{Internetquelle |url=http://industrimuseum.no/bedrifter/Fritzoe |titel=Fritzøe verk |abruf=2021-07-26 |werk=Industrimuseum |sprache=no}}</ref> Das Schloss Fritzøehus wurde 1863 fertiggestellt. Der Bau wurde vom damaligen Werksbesitzer [[Michael Treschow]] veranlasst. Zum Gut gehören etwa 600.000 [[Dekar]].<ref>{{Internetquelle |url=https://snl.no/Fritsø |titel=Fritsø |abruf=2021-07-28 |autor=Terje Bratberg |werk=snl.no |sprache=no}}</ref> Mit der Anbindung an das norwegische Eisenbahnnetz und dem Ausbau des Hafens stieg Ende des 19. Jahrhunderts die Wirtschaftsleistung an. Zu einem erneuten Aufschwung kam es in den 1930er-Jahren. Der Ort Stavern war bis 1864 der Hauptsitz der [[Norwegische Seestreitkräfte|Norwegischen Seestreitkräfte]] (''Sjøforsvaret'').<ref name="snl" />
Larvik wurde das erste Mal 1512 als ''Laghervik'' erwähnt, womit aber wahrscheinlich der Larvikfjord gemeint war. Als Stadt in der Grafschaft ''Brunla'' wird sie 1603 mit ''Laurvig'' bezeichnet.


[[Datei:Larvik kirke.jpg|mini|hochkant|Larvik kirke]]
Am 29. September [[1671]] wurde das Amt (so wurden damals die Lehen genannt) Brunla zu einer erblichen Grafschaft namens „''Laurvik''“ erhoben und dem unehelichen Halbbruder des Königs [[Ulrik Fredrik Gyldenløve]] übertragen. Die Grafschaft umfasste Larvik und die Sandefjord-Kommunen samt Tjøme und große Teile von [[Kodal (Norwegen)|Kodal]]. Sie sollte die wertvollste Grafschaft des gesamten dänisch-norwegischen Reiches werden. Larvik erhielt 1671 eigene Marktrechte, nachdem die Stadt vorher [[Tønsberg]] untergeordnet war. Sie blieb aber in die Grafschaft integriert und ohne besondere Privilegien, wie andere Handelsorte, erlebte aber ihren ersten Aufschwung durch den rasch wachsenden Holzhandel.
Zum 1. Januar 1988 kam es zu einer Zusammenlegung mehrerer Kommunen zur neuen Gemeinde Larvik. Es wurden Larvik mit damals 8045, Stavern mit 2538, Tjølling mit 7878, Brunlanes mit 8138 und Hedrum mit 10.449 Einwohnern zusammengelegt. Bereits zuvor kam es über die Jahre hinweg zur mehreren Veränderungen, bei denen teils bewohnte und teils unbewohnte Gebiete in andere Kommunen übergingen.<ref>{{Internetquelle |autor=Dag Juvkam |url=https://www.ssb.no/a/histstat/rapp/rapp_199913.pdf |titel=Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen |werk=ssb.no |datum=1999 |abruf=2021-07-23 |format=PDF |sprache=no}}</ref> Im Rahmen der [[Kommunalreform in Norwegen]] gehörte Larvik zu den ersten betroffenen Gemeinden, da am 1. Januar 2018 [[Lardal]] eingegliedert wurde.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.regjeringen.no/no/tema/kommuner-og-regioner/kommunereform/nye-kommuner/id2470015/ |titel=Navn på nye kommuner |abruf=2021-07-23 |werk=regjeringen.no |sprache=no}}</ref>


In der Kommune liegen mehrere Kirchen. Die ''Larvik kirke'' ist eine mit Ziegelsteinen gebaute Kirche aus dem Jahr 1677. Das Kirchengebäude wurde im Auftrag von Gyldenløve gebaut. Als Architekt bei einem Umbau, der zwischen 1859 und 1864 vollzogen wurde, diente [[Christian Heinrich Grosch]], der unter anderem auch für das Hauptgebäude der [[Universität Oslo]] verantwortlich war.<ref>{{Internetquelle |url=https://kirkesok.no/kirke/070900501 |titel=Larvik kirke |abruf=2021-07-26 |werk=Kirkesøk |sprache=no}}</ref> Eine ältere Kirche ist die ''Berg stenkirke'', eine Steinkirche, die etwa 1100 errichtet wurde. Bei einem Neubau wurde sie teilweise abgerissen.<ref>{{Internetquelle |url=https://kirkesok.no/kirke/070900301 |titel=Berg stenkirke, Larvik |abruf=2021-07-26 |werk=Kirkesøk |sprache=no}}</ref> Weitere Kirchen sind unter anderem die ''Svarstad kirke'' und die ''Berg trekirke''.
Die Stadt Larvik erlebte ihre höchste Blüte zur so genannten „Grafenzeit“, als Larvik eine Grafschaft war, mit der dänische Adlige belehnt wurden.
Die Lehnsgrafen waren:
* 1671–1704 Graf [[Ulrik Fredrik Gyldenløve]] (1683–1704)
* 1704–1754 Graf Ferdinand Anton Danneskiold-Laurvig (1688–1754)
* 1754–1762 Graf Frederik Ludvig Danneskiold-Laurvig (1717–1762)
* 1762–1783 Graf [[Christian Conrad Danneskiold-Laurvig]] (1723–1783)
* 1783–1785 Erbschaftsstreit
* 1785–1791 Graf Christian Ahlefeldt-Laurvig (1732–1791)
* 1791–1805 Graf Frederik Ahlefeldt-Laurvig (1760–1832)


== Wirtschaft und Infrastruktur ==
Die Namen „Gyldenløve“ waren den nicht erbberechtigten außerehelichen Söhnen der dänisch-norwegischen Könige und „Danneskiold“ waren den Nachkommen der nicht erbberechtigten außerehelichen Söhnen der dänisch-norwegischen Könige vorbehalten.
=== Verkehr ===
[[Datei:LarvikStasjon.JPG|mini|Bahnhof Larvik]]
Durch den Süden der Kommune führt die [[Europastraße 18]] (E18). Sie stellt in Richtung Nordosten die Anbindung zu Sandefjord, den dort gelegenen [[Flughafen Torp]], Tønsberg und schließlich auch [[Oslo]] her. In ihrem Verlauf Richtung Westen führt sie unter anderem nach Porsgrunn. Von der E18 zweigen mehrere Straßen in den Norden und zur Südküste ab, womit die einzelnen Bereiche der Gemeinde miteinander verbunden werden. Parallel zum Fluss Lågen führt etwa der [[Fylkesvei]] 40 in den Norden. Ebenfalls durch den Süden der Kommune führt die Eisenbahnlinie [[Vestfoldbanen]].<ref name="norgeskart" /> Der Bahnhof in Larvik wurde im Jahr 1881 eröffnet, als auch die Bahnlinie fertiggestellt wurde. Von Hafen von Larvik aus existieren Fährenverbindungen nach [[Hirtshals]] in [[Dänemark]].<ref>{{Internetquelle |url=https://www.banenor.no/Jernbanen/Stasjonssok/-L-/Larvik/ |titel=Larvik |abruf=2021-07-23 |werk=Bane Nor |sprache=no}}</ref>


=== Wirtschaft ===
Das Fort im Ortsteil ''Stavern'' war während des [[Nordischer Krieg|Nordischen Krieges]] 1709–1720 ein wichtiger Standort für die Flotte von Admiral [[Tordenskjøld]].
Für die Landwirtschaft in der Kommune ist der Anbau von Frühkartoffeln und Gemüse eine wichtige Einnahmequelle. Tierhaltung spielt im Vergleich zur Ackerwirtschaft eine geringere Rolle, allerdings werden im Vergleich zu anderen Kommunen der Region etwa viele Hühner gehalten. Weit verbreitet ist auch die Forstwirtschaft, größter Waldbesitzer ist das Unternehmen ''Treschow-Fritzøe''. Bedeutende Industriezweige in der Kommune sind die Lebensmittel-, die Metallwaren- und die Holzindustrie. Des Weiteren wird [[Bergbau]] betrieben, wobei der Abbau von [[Larvikit]] weit verbreitet ist. In Larvik wird die Zeitung [[Østlands-Posten]] herausgegeben.<ref name="snl">{{Internetquelle |autor= |url=https://snl.no/Larvik |titel=Larvik |abruf=2021-07-23 |werk=Store norske leksikon |sprache=no}}</ref> Im Jahr 2020 arbeiteten von etwa 22.000 Arbeitstätigen zirka 14.400 in Larvik selbst, etwa 3200 waren in der Nachbargemeinde Sandefjord tätig. Die weiteren Personen verteilten sich auf Kommunen wie Tønsberg, Oslo oder Porsgrunn.<ref>{{Internetquelle |url=https://statisticsnorway.shinyapps.io/pendling/ |titel=Pendlingsstrømmer |hrsg=Statistics Norway |abruf=2021-07-23 |sprache=no}}</ref>
1750 wurde in Stavern durch den dänisch-norwegischen König [[Friedrich V. (Dänemark und Norwegen)|Fredrik V.]] eine Marinebasis angelegt und die ''Fredriksvernverft'' gegründet, die 1828 nach [[Horten (Norwegen)|Horten]] verlegt wurden.


== Name und Wappen ==
Im 19. Jahrhundert entstand eine [[Eisenhütte]]. Sie hatte bald mit der billigeren Konkurrenz aus Schweden zu kämpfen. Aber in den 1840er Jahren bekam die Eisenhütte Zugang zum amerikanischen Markt und konnte sich mit Stangenware trotz höherer Preise auf Grund besserer Qualität behaupten. Das Werk erreichte seine höchste Produktionsrate um 1850. 1865 folgte der Zusammenbruch, als in England und Schweden das [[Eisenerz]] mit [[Steinkohle]] verhüttet wurde. Der Unternehmer verlegte sich auf die Holzverarbeitung und errichtete 1865 ein dampfbetriebenes [[Sägewerk]], 1871 kam eine weitere Dampfsäge hinzu. Um 1870 wurde von dem Schiffskonstrukteur [[Colin Archer]] in Larvik eine Schiffswerft gegründet, auf der unter anderem die [[Fram (Schiff, 1892)|Fram]] gebaut wurde, mit der [[Amundsen]] und [[Fridtjof Nansen|Nansen]] ihre Forschungsreisen durchführten.
Das ab 1989 offizielle Gemeindewappen zeigte einen silbernen Mast mit drei Segeln auf blauem Hintergrund.<ref>{{Internetquelle |url=https://lovdata.no/dokument/LF/forskrift/1989-01-20-35 |titel=Godkjenning av våpen og flagg, Larvik kommune, Vestfold. |abruf=2021-07-28 |werk=Lovdata |sprache=no}}</ref> Mit der Eingliederung von Lardal zum Jahresbeginn 2018 erhielt die Kommune auch ein neues Wappen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.op.no/kommunesammenslaing/kommunevapen/larvik/tormod-heter-mannen-bak-det-nye-kommunevapenet/s/5-36-358530 |titel=Tormod heter mannen bak det nye kommunevåpenet |abruf=2021-07-28 |autor=Vårin Alme |werk=op.no |datum=2017-04-10 |sprache=no}}</ref> Der Namensbestandteil „Lar-“ aus dem Namen der Stadt leitet sich vom [[Altnordische Sprache|altnordischen]] Begriff ''Lǫgr'' ab, welcher wiederum mit dem Namen des Flusses Lågen zusammenhängt.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.norskstadnamnleksikon.no/?deeplink= |titel=Larvik |abruf=2021-07-23 |werk=Norsk stadnamnleksikon |sprache=no}}</ref>


== Verkehr ==
== Sport ==
Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der Frauenhandballverein [[Larvik HK]], der seit 1994 14-mal norwegischer Meister wurde und 2011 die [[EHF Champions League]] gewann.
[[Datei:Larvik Torstrand.jpg|mini|Larvik Torstrand]]
Larvik hat eine tägliche Fähranbindung mit der ''M/S [[SuperSpeed 2]]'' der [[Color Line]] nach [[Hirtshals]] (bis 2005 nach [[Frederikshavn]]) in [[Dänemark]].


== Medienpräsenz ==
Seit 1881 ist Larvik an die [[Vestfoldbanen|Vestfoldbane]] von [[Drammen]] nach [[Skien]] angeschlossen.
Larvik war 2018 Drehort der weltweit lizenzierten norwegischen Kriminalfilmserie [[Kommissar Wisting]] mit [[Sven Nordin]] in der Titelrolle des „William Wisting“.<ref>[https://www.imdb.com/title/tt7875794/ „Wisting“ Drehorte: Larvik, Norwegen], abgerufen am 5. Januar 2023</ref> Auch die dieser Literaturverfilmung zugrunde liegenden Thriller-Romane des Schriftstellers und ehemaligen Kriminalhauptkommissars [[Jørn Lier Horst]] spielen in einem [[fiktion]]alisierten Larvik. Der Autor selbst lebt in [[Stavern (Norwegen)|Stavern]], einem 1988 eingemeindeten heutigen Ortsteil der Gesamtgemeinde Larvik. Der internationale Name der Krimi-Miniserien-Reihe „Wisting“ ist zugleich der Nachname des dort gebürtigen bekannten Polarforschers [[Oscar Wisting]], dem neben der Schriftstellerin [[Anne Holt]] auch international berühmtesten Larviker.


== Sehenswürdigkeiten ==
== Sehenswürdigkeiten ==
[[Datei:Herregården i Larvik.jpg|mini|Herregården]]
* Das Seefahrtsmuseum zeigt die enge Verbindung der Stadt mit der Seefahrt von den frühesten Anfängen über die Schiffsbauten von Colin Archer bis zu den Expeditionen von [[Thor Heyerdahl]].
* Das Seefahrtsmuseum zeigt die enge Verbindung der Stadt mit der Seefahrt von den frühesten Anfängen über die Schiffsbauten von Colin Archer bis zu den Expeditionen von [[Thor Heyerdahl]].
* Herregården (Herrenhof), bedeutender norwegischer Barockbau, ehemalige Residenz des dänischen Statthalters und Grafen Ulrik Fredrik Gyldenløve.
* Herregården (Herrenhof), bedeutender norwegischer Barockbau, ehemalige Residenz des dänischen Statthalters und Grafen Ulrik Fredrik Gyldenløve.
* Fredriksvern Verft, Parkanlage im Ortsteil Stavern mit 17 denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert.
* Fredriksvern Verft, Parkanlage im Ortsteil Stavern mit 17 denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert.
* Bøkeskogen, ein knapp 0,3&nbsp;km<sup>2</sup> großer Buchenwald auf der ''Vestfold Ra'' mit Grabfeldern aus der Wikingerzeit; es handelt sich um eines der nördlichsten Buchenwaldvorkommen der Welt
* [[Bautastein von Presteåsen]]
* [[Bautastein von Presteåsen]]


== Sport ==
== Persönlichkeiten ==
* [[Margarete von Leiningen-Westerburg-Neuleiningen]] (1694–1761), Gräfin von Leiningen, Person der Regionalgeschichte
Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der Frauenhandballverein [[Larvik HK]], der seit 1994 14-mal norwegischer Meister wurde und 2011 die [[EHF Champions League]] gewann.
* [[Peter Hersleb Harboe Castberg]] (1794–1858), Pfarrer in, Bürgermeister von und Parlamentsabgeordneter für Larvik

== Städtepartnerschaften ==
* [[Borlänge]], Schweden
* Frederikshavn, Dänemark
* [[Jyväskylä]], Finnland
* [[Malbork]], Polen
* [[Marino (Latium)|Marino]], Italien

== Söhne und Töchter der Stadt ==
* [[Colin Archer]] (1832–1921), Schiffskonstrukteur
* [[Colin Archer]] (1832–1921), Schiffskonstrukteur
* [[Sophus Bugge]] (1833–1907), Philologe
* [[Anna Hvoslef]] (1866–1954), Journalistin und Frauenrechtlerin
* [[Oscar Wisting]] (1871–1936), Polarforscher
* [[Oscar Wisting]] (1871–1936), Polarforscher
* [[Niels Christian Ditleff]] (1881–1956), Diplomat
* [[Arthur Omre]] (1887–1967), Schriftsteller und Übersetzer
* [[Conrad Carlsrud]] (1884–1973), Turner und Speerwerfer
* [[Erling Tambs]] (1888–1967), Schriftsteller und Segler
* [[Erling Tambs]] (1888–1967), Schriftsteller und Segler
* [[Sverre Hansen (Fußballspieler)|Sverre Hansen]] (1913–1974), Fußballspieler
* [[Thor Heyerdahl]] (1914–2002), Wissenschaftler und Völkerkundler
* [[Frank Sachnowitz]] (1925–1943), Opfer des Holocaust
* [[Thor Heyerdahl]] (1914–2002), Anthropologe und Abenteurer
* [[Cecil Aagaard]] (1916–1984), Swing-Jazzsänger, Schlagzeuger, Akkordeonist und Bandleader
* [[Frank Sachnowitz]] (1925–1943), norwegisches Opfer des Holocaust
* [[Arne Nordheim]] (1931–2010), Komponist
* [[Arne Nordheim]] (1931–2010), Komponist
* [[Terje Moe Gustavsen]] (1954–2019), Politiker
* [[Jørgen Barth-Jørgensen]] (1932–2021), Gewichtheber
* [[Anders Hatlo]] (* 1947), Schauspieler und Regisseur
* [[Ingvar Ambjørnsen]] (* 1956), Schriftsteller, verbrachte seine Kindheit in Larvik
* [[Arne L. Kalleberg]] (* 1949), US-amerikanischer Soziologe Herkunft
* [[Per Christiansen]] (* 1949), Jurist, Hochschullehrer und EFTA-Richter
* [[Terje Moe Gustavsen]] (1954–2019), Gewerkschafter und Politiker
* [[Hallvar Thoresen]] (* 1957), Fußballspieler und -trainer
* [[Hallvar Thoresen]] (* 1957), Fußballspieler und -trainer
* [[Anne Holt]] (* 1958), norwegische Kriminalautorin
* [[Anette Bøe]] (* 1957), Skilangläuferin
* [[Terje Gewelt]] (* 1960), Jazz- und Fusion-Bassist
* [[Hilde Merete Aasheim]] (* 1958), Unternehmerin
* [[Anne Holt]] (* 1958), Schriftstellerin, Juristin, Politikerin und Journalistin
* [[Lasse Gjertsen]] (* 1984), Animationskünstler
* [[Tom Erik Oxholm]] (* 1959), Eisschnellläufer
* [[Bjørg Eva Jensen]] (* 1960), Eisschnellläuferin
* [[Atle Pedersen]] (* 1964), Radrennfahrer
* [[Gunnar Halle]] (* 1965), Fußballspieler
* [[Espen Hoff]] (* 1981), Fußballspieler
* [[Lasse Gjertsen]] (* 1984), Animator und Musiker


== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{Commonscat|Larvik}}
{{Commonscat}}
{{Wikivoyage}}
{{Wikivoyage}}
* [https://snl.no/Larvik Larvik] im [[Store norske leksikon]] (norwegisch)
* [http://www.visitlarvik.no/?sp=DE Visitlarvik.no]
* [https://www.ssb.no/kommunefakta/larvik Fakten über Larvik] beim [[Statistisk sentralbyrå]] (norwegisch)
* [http://www.ibrunlanes.no iBrunlanes.no]


== Einzelnachweise ==
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<references />
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Version vom 14. Juli 2024, 16:58 Uhr

Wappen Karte
Wappen der Kommune Larvik
Larvik (Norwegen)
Larvik (Norwegen)
Larvik
Basisdaten
Kommunennummer: 3909
Provinz (fylke): Vestfold
Verwaltungssitz: Larvik
Koordinaten: 59° 3′ N, 10° 3′ OKoordinaten: 59° 3′ N, 10° 3′ O
Fläche: 812,88 km²
Einwohner: 48.715 (1. Jan. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Postleitzahl: 3250
Webpräsenz:
Verkehr
Straße: Europastraße 18
Bahnanschluss: Vestfoldbanen
Politik
Bürgermeisterin: Birgitte Gulla Løken (H) (2023)
Lage in der Provinz Vestfold
Lage der Kommune in der Provinz Vestfold

Larvik ist eine Kommune im norwegischen Fylke Vestfold. Die Kommune liegt an der norwegischen Südküste und hat 48.715 Einwohner (Stand: 1. Januar 2024). Verwaltungssitz ist die gleichnamige Industriestadt Larvik.

Geografie

Blick auf Larvik

Die Kommune Larvik liegt an der Südostküste am Skagerrak im Fylke Vestfold und somit südwestlich der norwegischen Hauptstadt Oslo. Larvik grenzt an Sandefjord im Osten, Tønsberg und Holmestrand im Nordosten, Kongsberg im Norden, Siljan im Westen und Porsgrunn im Südwesten. Des Weiteren besteht im Südwesten eine Seegrenze zu den Kommunen Kragerø und Bamble. Die Grenze im Norden stellt zugleich den Übergang zwischen den Fylkern Vestfold und Buskerud dar, die im Westen zur Telemark. Die Stadt Larvik liegt an der Südküste der Kommune, wo sich der Larviksfjord von Süden kommend in das Land einschneidet. In den Fjord mündet der Fluss Lågen (auch: Numedalslågen), der in Nord-Süd-Richtung durch die Kommune fließt.[2] Dessen aus dem Westen kommender Nebenfluss Daleelva beinhaltet mit dem Trollfoss den höchsten Wasserfall der Region Vestfold. Das Wasser fällt dort etwa zwölf Meter ab.[3]

Die Kommune ist vom Terrain hügelig. Teils liegt Larvik auf der Endmoräne Raet, die den Larviksfjord von dem großen Süßwassersee Farris trennt.[2][3] Die Erhebung Pikstein sø stellt mit einer Höhe von 622,1 moh. den höchsten Punkt der Kommune Larvik dar.[4] Der Berg liegt auf der Nordwestgrenze zu Kongsberg. Etwa die gleichhoch ist der Vindfjell an der Grenze zu Siljan.[2] Nördlich der Stadt Larvik ist der größte Buchenwald Norwegens, der Bøkeskogen, vorzufinden. Insgesamt befinden sich auf dem Gemeindeareal über 20 Naturreservate.

Larvik befindet sich in einer Region vulkanischen Ursprungs und ist der Namensgeber für das Gestein Larvikit, einen seltenen Naturwerkstein, der in der Umgebung der Stadt abgebaut wird.[3] Die Gemeinde ist Teil des Gea Norvegica Geopark, der zu einem Netzwerk europäischer Geoparks und zu dem von der UNESCO unterstützten Global Network of National Geoparks gehört.[5]

Larvik hat ein moderates Küstenklima mit mildem Winter- und warmem Sommerwetter.[6]

Einwohner

Die Einwohner leben vor allem entlang der Küste oder in unmittelbarer Nähe zu ihr. Weiter im Landesinneren verteilen sich die Ansiedlungen überwiegend entlang des Tals, durch das der Fluss Lågen führt.[3] In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Hem mit 676, Larvik mit 27.136, Tveteneåsen mit 838, Stavern mit 6008, Helgeroa/Nevlunghamn mit 1984, Verningen mit 1047, Kvelde mit 1083 und Svarstad mit 654 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023).[7]

Die Einwohner der Gemeinde werden Larvikar, Larviker oder Larviking genannt.[8] Larvik hat weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[9]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[10] 39.109 40.425 41.361 42.765 43.561 44.821 45.969 47.204

Geschichte

Fritzøehus

Im Gemeindeareal gibt es Funde von Siedlungsplätzen aus der Steinzeit, die auf ein Alter von etwa 10.000 Jahre datiert werden. In der Kommune findet man des Weiteren mehrere Gräberfelder, so das Gräberfeld Mølen und das Gräberfeld von Istrehågan. Larvik erhielt im Jahr 1671 Rechte als Kjøpstad, als Ulrik Fredrik Gyldenløve, Sohn von König Frederik III. die Grafschaft Laurvig gründete.[11] Larvik unterscheidet sich zu anderen Küstenstädten dieser Zeit dadurch, dass die Stadt in einer Grafschaft lag und sich eine besondere Architektur entwickelte.[12] 1674 wurde Gyldeløvens Residenz, der sogenannte Herregården, fertiggestellt. Es handelt sich dabei um ein Holzgebäude im Barockstil. Wichtige Einnahmequellen in der Zeit waren der Holzhandel, der Bootsbau und die Seefahrt. Auch das bis 1868 betriebene Eisenwerk Fritzøe Jernverk zählte zu den bedeutenden Arbeitgebern.[3] Das Werk wurde unter Gyldenløve aufgebaut und war bis Ende des 17. Jahrhunderts das größte seiner Art in Norwegen.[13] Das Schloss Fritzøehus wurde 1863 fertiggestellt. Der Bau wurde vom damaligen Werksbesitzer Michael Treschow veranlasst. Zum Gut gehören etwa 600.000 Dekar.[14] Mit der Anbindung an das norwegische Eisenbahnnetz und dem Ausbau des Hafens stieg Ende des 19. Jahrhunderts die Wirtschaftsleistung an. Zu einem erneuten Aufschwung kam es in den 1930er-Jahren. Der Ort Stavern war bis 1864 der Hauptsitz der Norwegischen Seestreitkräfte (Sjøforsvaret).[3]

Larvik kirke

Zum 1. Januar 1988 kam es zu einer Zusammenlegung mehrerer Kommunen zur neuen Gemeinde Larvik. Es wurden Larvik mit damals 8045, Stavern mit 2538, Tjølling mit 7878, Brunlanes mit 8138 und Hedrum mit 10.449 Einwohnern zusammengelegt. Bereits zuvor kam es über die Jahre hinweg zur mehreren Veränderungen, bei denen teils bewohnte und teils unbewohnte Gebiete in andere Kommunen übergingen.[15] Im Rahmen der Kommunalreform in Norwegen gehörte Larvik zu den ersten betroffenen Gemeinden, da am 1. Januar 2018 Lardal eingegliedert wurde.[16]

In der Kommune liegen mehrere Kirchen. Die Larvik kirke ist eine mit Ziegelsteinen gebaute Kirche aus dem Jahr 1677. Das Kirchengebäude wurde im Auftrag von Gyldenløve gebaut. Als Architekt bei einem Umbau, der zwischen 1859 und 1864 vollzogen wurde, diente Christian Heinrich Grosch, der unter anderem auch für das Hauptgebäude der Universität Oslo verantwortlich war.[17] Eine ältere Kirche ist die Berg stenkirke, eine Steinkirche, die etwa 1100 errichtet wurde. Bei einem Neubau wurde sie teilweise abgerissen.[18] Weitere Kirchen sind unter anderem die Svarstad kirke und die Berg trekirke.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bahnhof Larvik

Durch den Süden der Kommune führt die Europastraße 18 (E18). Sie stellt in Richtung Nordosten die Anbindung zu Sandefjord, den dort gelegenen Flughafen Torp, Tønsberg und schließlich auch Oslo her. In ihrem Verlauf Richtung Westen führt sie unter anderem nach Porsgrunn. Von der E18 zweigen mehrere Straßen in den Norden und zur Südküste ab, womit die einzelnen Bereiche der Gemeinde miteinander verbunden werden. Parallel zum Fluss Lågen führt etwa der Fylkesvei 40 in den Norden. Ebenfalls durch den Süden der Kommune führt die Eisenbahnlinie Vestfoldbanen.[2] Der Bahnhof in Larvik wurde im Jahr 1881 eröffnet, als auch die Bahnlinie fertiggestellt wurde. Von Hafen von Larvik aus existieren Fährenverbindungen nach Hirtshals in Dänemark.[19]

Wirtschaft

Für die Landwirtschaft in der Kommune ist der Anbau von Frühkartoffeln und Gemüse eine wichtige Einnahmequelle. Tierhaltung spielt im Vergleich zur Ackerwirtschaft eine geringere Rolle, allerdings werden im Vergleich zu anderen Kommunen der Region etwa viele Hühner gehalten. Weit verbreitet ist auch die Forstwirtschaft, größter Waldbesitzer ist das Unternehmen Treschow-Fritzøe. Bedeutende Industriezweige in der Kommune sind die Lebensmittel-, die Metallwaren- und die Holzindustrie. Des Weiteren wird Bergbau betrieben, wobei der Abbau von Larvikit weit verbreitet ist. In Larvik wird die Zeitung Østlands-Posten herausgegeben.[3] Im Jahr 2020 arbeiteten von etwa 22.000 Arbeitstätigen zirka 14.400 in Larvik selbst, etwa 3200 waren in der Nachbargemeinde Sandefjord tätig. Die weiteren Personen verteilten sich auf Kommunen wie Tønsberg, Oslo oder Porsgrunn.[20]

Name und Wappen

Das ab 1989 offizielle Gemeindewappen zeigte einen silbernen Mast mit drei Segeln auf blauem Hintergrund.[21] Mit der Eingliederung von Lardal zum Jahresbeginn 2018 erhielt die Kommune auch ein neues Wappen.[22] Der Namensbestandteil „Lar-“ aus dem Namen der Stadt leitet sich vom altnordischen Begriff Lǫgr ab, welcher wiederum mit dem Namen des Flusses Lågen zusammenhängt.[23]

Sport

Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der Frauenhandballverein Larvik HK, der seit 1994 14-mal norwegischer Meister wurde und 2011 die EHF Champions League gewann.

Medienpräsenz

Larvik war 2018 Drehort der weltweit lizenzierten norwegischen Kriminalfilmserie Kommissar Wisting mit Sven Nordin in der Titelrolle des „William Wisting“.[24] Auch die dieser Literaturverfilmung zugrunde liegenden Thriller-Romane des Schriftstellers und ehemaligen Kriminalhauptkommissars Jørn Lier Horst spielen in einem fiktionalisierten Larvik. Der Autor selbst lebt in Stavern, einem 1988 eingemeindeten heutigen Ortsteil der Gesamtgemeinde Larvik. Der internationale Name der Krimi-Miniserien-Reihe „Wisting“ ist zugleich der Nachname des dort gebürtigen bekannten Polarforschers Oscar Wisting, dem neben der Schriftstellerin Anne Holt auch international berühmtesten Larviker.

Sehenswürdigkeiten

Herregården
  • Das Seefahrtsmuseum zeigt die enge Verbindung der Stadt mit der Seefahrt von den frühesten Anfängen über die Schiffsbauten von Colin Archer bis zu den Expeditionen von Thor Heyerdahl.
  • Herregården (Herrenhof), bedeutender norwegischer Barockbau, ehemalige Residenz des dänischen Statthalters und Grafen Ulrik Fredrik Gyldenløve.
  • Fredriksvern Verft, Parkanlage im Ortsteil Stavern mit 17 denkmalgeschützten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert.
  • Bøkeskogen, ein knapp 0,3 km2 großer Buchenwald auf der Vestfold Ra mit Grabfeldern aus der Wikingerzeit; es handelt sich um eines der nördlichsten Buchenwaldvorkommen der Welt
  • Bautastein von Presteåsen

Persönlichkeiten

Commons: Larvik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Larvik – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. 07459: Population, by sex and one-year age groups (M) 1986 - 2024. In: ssb.no. Statistisk sentralbyrå, abgerufen am 23. Februar 2024 (englisch).
  2. a b c d Larvik kommune. In: Norgeskart. Abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  3. a b c d e f g Larvik. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  4. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 25. Mai 2021, abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  5. Larvik - Norwegens „Nationalgestein“ – der Larvikit von Larvik. In: geoparken.com. Abgerufen am 23. Juli 2021.
  6. Brunlanes. In: ibrunlanes.no. Abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  7. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 12. Dezember 2023 (englisch).
  8. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  9. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  10. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 23. Juli 2021 (englisch).
  11. Michael Bregnsbo: Ulrik Frederik Gyldenløve. In: Den Store Danske. Abgerufen am 26. Juli 2021 (dänisch).
  12. Byhistorie. In: vestfoldmuseene.no. Abgerufen am 28. Juli 2021 (norwegisch).
  13. Fritzøe verk. In: Industrimuseum. Abgerufen am 26. Juli 2021 (norwegisch).
  14. Terje Bratberg: Fritsø. In: snl.no. Abgerufen am 28. Juli 2021 (norwegisch).
  15. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  16. Navn på nye kommuner. In: regjeringen.no. Abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  17. Larvik kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 26. Juli 2021 (norwegisch).
  18. Berg stenkirke, Larvik. In: Kirkesøk. Abgerufen am 26. Juli 2021 (norwegisch).
  19. Larvik. In: Bane Nor. Abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  20. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  21. Godkjenning av våpen og flagg, Larvik kommune, Vestfold. In: Lovdata. Abgerufen am 28. Juli 2021 (norwegisch).
  22. Vårin Alme: Tormod heter mannen bak det nye kommunevåpenet. In: op.no. 10. April 2017, abgerufen am 28. Juli 2021 (norwegisch).
  23. Larvik. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 23. Juli 2021 (norwegisch).
  24. „Wisting“ Drehorte: Larvik, Norwegen, abgerufen am 5. Januar 2023